Mit stolz geschwellter Brust

Pilgersymbolik im Muslimischen Viertel

In Jerusalem dreht sich alles um Religion! Das weiß so ziemlich jedes Kind. Wer hat Anrecht auf was? Wer darf welche Stätte, wann, wie lange und wie oft benutzen und wer hat die Oberhoheit über diese oder jene Anlage?

Die Ironie ist dabei: Was dem einen als heilig gilt, hat für den anderen nicht die geringste Bedeutung. Denn was der eine als wertlosen alten Stein sieht, ist für den anderen zusammen mit Millionen weiterer Menschen die Inkarnation der Göttlichkeit auf Erden. Irgendwie verrückt.

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Hauseingang eines Mekka-Pilgers in der Altstadt von Jerusalem

Diese Vielfalt kann leicht undurchsichtig werden, weshalb Anhänger jedweder Konfession, Prägung und Zugehörigkeit keine Gelegenheit auslassen offen zur Schau zu tragen, welcher Glaubensrichtung sie angehören. Dass dieses Glaubensbekenntnis auch vor dem Heim nicht halt macht, ist besonders eindrucksvoll im Muslimischen Viertel der Altstadt zu sehen. Genau das macht Jerusalem so spannend!

Farbenfrohe Symbole am Hauseingang

Ein tolles Beispiel dafür ist der Umgang mit der Haddsch – die islamische Pilgerfahrt nach Mekka, die zu den fünf Säulen des Islam zählt und damit zu den religösen Pflichten eines jeden gläubigen Muslims gehört.

Denn wer die enormen Kosten und Mühen einer Pilgerreise auf sich genommen hat, trägt dies gerne nach außen. Es steigert das Ansehen des Gläubigen in der Gemeinschaft und ist je nach Gruppe gar mit einem besonderen Ehrentitel („Hadschi“) verbunden – kein Wunder also, dass Gläubige diese Errungenschaft stolz aller Welt zeigen wollen. Spannend ist nun, dass selbst der unbeteiligte Passant es sehen kann, wenn er an dem Haus eines Mekka-Pilgers vorbeikommt, denn als Zeichen dieser besonders frommen Tat wird das Haus des Pilgers in bunten Farben und mit religiösen Symbolen geschmückt. Und die Altstadt Jerusalems ist voll davon!

Pilger genießen hohes Ansehen

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Hauseingang eines Mekka-Pilgers in der Altstadt von Jerusalem

Abgebildet werden neben Sternen (die auch im Christentum und Judentum prominent vertreten sind), Palmenornamenten sowie Mond und Stern als Symbol des Islam vor allem der Zielort des Pilgerbesuches, in der Regel das zentrale Heiligtum Kaaba („das Haus Gottes“), die in der Heiligen Moschee in Mekka steht. Ebenfalls zu sehen ist der Felsendom (in der Abbildung links direkt darüber), der nur wenige Meter entfernt vom Haus des Pilgers thront.

Häufig werden die Darstellungen durch riesige Plakate oder gar großformatige Fotos von der Kaaba selbst ergänzt, nicht selten direkt über dem Hauseingang.

Die Varationsmöglichkeiten kennen hier keine Grenzen und man entdeckt immer wieder neue Details. Schaut also das nächste Mal genauer hin, wenn ihr durch das Muslimische Viertel lauft. Es lohnt sich sehr!

Aus der Feder von:   Joachim

 

 

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