Schwein gehabt

Dinge gibt’s, die gibt’s gar nicht – und zwar wohl in jedem Land auf diesem Erdenrund. Zu den verrückten Vorschriften gehört zum Beispiel, dass in Bad-Sooden-Allendorf keine roten Schirme aufgespannt werden dürfen. Oder dass Pupsen in Kirchen in St. Louis (USA) verboten ist.

Wie man eine solche Skurrilität umgeht, ohne sie zu brechen, macht Israel glanzvoll vor. Es ist gesetzlich verboten, im Heiligen Land Schweine zu züchten oder zu schlachten. Oder genauer gesagt: Es ist untersagt, dass Schweinehufe israelischen Boden berühren.

Das Gesetz, das es seit 1962 gibt, hat offenkundig religiöse Wurzeln. Für Juden und Muslime, die die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, ist der Verzehr von Schweinefleisch traditionell nicht gestattet. So kommt es auch, dass die überwiegende Mehrheit an Jerusalemer Supermärkten und Restaurants keine schweinefleischhaltigen Angebote haben.

Aber natürlich gibt es in diesem Melting Pot Jerusalem trotzdem eine (wenn auch vergleichsweise geringe) Nachfrage nach Schweinefleisch. Neben Touristen, Christen und säkularen Israelis sind es vor allem die jüdischen Einwanderer aus Russland, die auf ihre Portion Fleisch trotz religiöser Essensvorschriften nicht verzichten wollen (sie sind auch der Grund, warum es vereinzelte Weihnachtsshops gibt). Die Zahl steigt weiter und weiter.

Wenn die Gelüste nach Bacon, Salami & Co. Überhand nehmen, ist ein russischer Supermarkt im Hinterhof die richtige Adresse. Aber wo kommt das Fleisch her, wenn die Schweinezucht in Israel gesetzlich untersagt ist? Alles importiert?

Nein, durch einen Trick ist fast alles ganz legal made in Israel: Die Tiere werden auf speziellen Plateaus gehalten und geschlachtet, durch die sie israelischen Boden nicht berühren. Ja, ihr habt richtig gelesen. Damit belegen sie zurzeit definitiv Platz 1 meiner „Verrückte Vorschriften und kreative Lösungen“-Rangliste.

Aus der Feder von:    Katharina

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